Unterdruckentwässerung

Die Unterdruckentwässerung oder Vakuumentwässerung außerhalb von Gebäuden ist ein besonderes Entwässerungsverfahren, für welches die IWR GmbH, in Planung und Ausführung deutschlandweit führend ist.

Was ist Unterdruckentwässerung oder Vakuumentwässerung?

Das Verfahren der Unterdruckentwässerung besteht schon seit dem 19. Jahrhundert und wird seit Ende der 60er Jahre auch in Deutschland mit Erfolg eingesetzt.

In einer zentral angeordneten Unterdruckstation befindet sich ein Unterdruckbehälter, in den das Schmutzwasser von den angeschlossenen Gebäuden über Unterdruckleitungen gelangt. Eine Vakuumpumpe hält im Unterdruckbehälter einen Unterdruck aufrecht.

Über die an die Behälter angeschlossenen Unterdruckleitungen wirkt der Unterdruck bis zu den Hausanschlussschächten. Wenn sich im Hausanschlussschacht eine bestimmte Schmutzwassermenge angesammelt hat, öffnet sich das Absaugventil, um das Schmutzwasser abzusaugen. Dies kann pneumatisch geschehen, also ist keine Stromversorgung erforderlich.

Die Vakuumleitungen werden mit systematisch angeordneten Hoch- und Tiefpunkten eingebaut. An den Tiefpunkten sammelt sich das Schmutzwasser und wird durch nachströmende Luft über den nächstfolgenden Hochpunkt geschoben. Es handelt sich um ein mit der Rohrpost vergleichbares System. Ein Unterdruckentwässerungssystem kann Schmutzwasser um bis zu 4–5 m heben, in Sonderfällen sogar noch höher.

Was macht die Unterdruckentwässerung oder Vakuumentwässerung besonders?

Bei der Unterdruckentwässerung werden geschlossene Leitungssysteme ohne Einstiegsmöglichkeiten verwendet. Die hohe Transportgeschwindigkeit des Luft-/Wasser-Gemisches in den Unterdruckleitungen verhindert Ablagerungen.

Die Unterdruckentwässerung dient in der Regel zum Sammeln von Schmutzwasser im Trennverfahren. Durch den im System anstehenden Unterdruck ist ein Austritt von Schmutzwasser, auch bei Leckagen, ausgeschlossen. Leckagen sind einfach feststellbar und genau lokalisierbar. Dies bietet einen großen Vorteil für Industrielle Betriebe, bei welchen der Austritt von Schmutzwasser und Leckagewasser unter allen Umständen zu vermeiden ist.

Darum dürfen Unterdruckleitungen außerdem mit Trinkwasserleitungen in einem gemeinsamen Graben sowie in Wasserschutzgebieten ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen verlegt werden. Das macht das Verfahren für den kommunalen Rahmen, sowie den gewerblichen und industriellen Bereich sehr attraktiv.

Was sind die typischen Einsatzbedingungen für Unterdruckentwässerung oder Vakuumentwässerung?

  • Ländlich strukturierte Gebiete
  • Mangelndes Geländegefälle. Das Schmutzwasser kann über (geringe) Höhensprünge transportiert werden
  • Auch tief liegende Ortsteile oder Gebäude können angeschlossen werden
  • Zu querende Hindernisse (z. B. Wasserläufe, Gräben, Versorgungsleitungen)
  • Hoher Grundwasserstand
  • Geringe Siedlungsdichte
  • Ungünstige (z.B. felsige) Untergrundverhältnisse
  • Wasserschutzgebiete
  • Zeitweiliger / unregelmäßiger Schmutzwasseranfall (z. B. auf Campingplätzen oder in Wochenendhausgebieten, Rennstrecken, Fußballstadien, etc.)
  • Wo Beeinträchtigungen durch den Bau gering zu halten sind (z.B. Verkehr, Gebäude, Boden)

Wirtschaftlichkeit

Die Unterdruckentwässerung ist ein Sonderentwässerungsverfahren, das unter bestimmten Umständen wesentlich wirtschaftlicher ist als eine Freigefällekanalisation. Die Investitionen können gegenüber denen anderer Entwässerungsverfahren erheblich niedriger sein. Die Leitungsverlegung geschieht oberflächennah und in kleinen Gräben, teilweise sogar in einem Graben mit der Trinkwasserleitung. Dies führt zu einem deutlich geringeren Aufwand für Erdarbeiten und Maschineneinsatz, was die Baukosten und die Umweltbelastung deutlich senkt.

Kontakt

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